Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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72 ſicht verſchwunden und er hatte ſich ein wenig von ihr abgewendet.

Was kann es nützen, Roſamunde, Fälle anzuneh⸗ men, die ſich niemals hätten ereignen können? fragte er etwas ungeduldig.

Sie ging an den Nebentiſch, ſchenkte ſich von dem Waſſer, welches ſie aus dem Bibliothekzimmer geholt, in das Glas und trank es begierig; dann ging ſie an das Fenſter und pflückte einige von den hierſtehenden Blumen. Einige davon warf ſie im nächſten Augenblick wieder weg, behielt aber die übrigen in der Hand und ordnete ſie ſo, daß ihre Farben mit der Wirkung con⸗ traſtirten. Als dies geſchehen war, ſteckte ſie ſie an die Bruſt, ſah zerſtreut darauf herab, nahm ſie wie⸗ der von dem Kleide ab, kehrte zu ihrem Gatten zurück und ſteckte ihm den kleinen Strauß in das Knopfloch ſeines Rockes.

Da haſt Du etwas, was Dir ein heiteres Aus⸗ ſehen gibt, Geliebter ſo wie ich ſtets zu ſehen wün⸗ ſche, ſagte ſie, indem ſie ſich in ihrer beliebten Stel⸗ lung zu ſeinen Füßen niederſetzte und, mit ihren Armen auf ſeinen Knien ruhend, wehmüthig zu ihm aufblickte.

Woran denkſt Du, Roſamunde? fragte er nach einer Pauſe.

Ich dachte blos nach, Lenny, ob noch irgend ein Weib auf der Welt Dich ſo lieben könnte wie ich. Ich fürchte faſt, daß es noch mehrere gebe, die ebenſo wie ich nichts mehr verlangen würden, als für Dich zu leben und zu ſterben. Es liegt etwas in Deinem Geſicht, in Deiner Stimme, in Deinem ganzen Weſen außer 3