Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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liegend und ſah den Brief unverwandt an, den Kopf von ihrem Gatten abgewendet, dann erhob ſie ſich und ging nach dem Kamin.

Unter dem Staub, der Aſche und anderm Schutt an der hintern Stelle des Roſtes lagen einige alte, zer⸗ riſſene Stücke Papier umhergeſtreut. Ihre Augen fielen darauf und ſie betrachtete dieſelben aufmerkſam. Sie ſchauete und ſchauete und bog ſich langſam immer tiefer auf den Roſt herab. Einen Augenblick lang hielt ſie den Brief mit beiden Händen über die Aſche den nächſten zog ſie ihn heftig ſchaudernd zurück und drehte ſich ſo, daß ſie ihrem Gatten wieder gegenüber ſtand. Als ſie ihn erblickte, entrang ſich ihr ein ſchwacher, un⸗ artikulirter Ausruf, halb Seufzer, halb Schluchzen.

O, nein, nein! flüſterte ſie bei ſich ſelbſt, indem ſie inbrünſtig die Hände faltete und ihn mit liebenden, wehmüthigen Augen betrachtete;niemals, niemals, Lenny! Möge daraus werden, was da wolle.

Sprachſt Du mit mir, Roſamunde?

Ja, Geliebter. Ich ſagte

Sie ſchwieg und faltete mit zitternden Fingern das Papier genau wieder zu der Form zuſammen, in welcher ſie es gefunden.

Wo biſt Du? fragte er.Deine Stimme klingt fern von mir, wieder am andern Ende des Zimmers. Wo biſt Du?

Zitternd und weinend eilte ſie auf ihn zu, faßte ihn beim Arm und ohne einen Augenblick zu zögern,

ohne die mindeſte Spur von Unentſchloſſenheit in ihrem