Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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In dem Augenblick, wo dieſe Hand ſie berührte, begannen ihre Augen einen andern Ausdruck zu gewinnen, Thränen ſtiegen in dieſelben empor und rannen langſam an den Wangen herunter.

Ich dachte, Du hätteſt mich verlaſſen, ſagte er. Es war ſo ſtill im Zimmer, daß ich glaubte, Du wäreſt hinausgegangen.

Willſt Du jetzt mit mir hinauskommen? fragte ſie.

Ihre Kräfte ſchienen ihr untreu zu werden, während ſie dieſe Frage that, ihr Kopf ſank auf ihre Bruſt herab und ſie ließ den Brief neben ſich auf den Fußboden niederfallen.

Biſt Du ſchon müde, Roſamunde? Deine Stimme klingt ſo matt.

Ich möchte das Zimmer verlaſſen, ſagte ſie noch in demſelben leiſen gezwungenen Tone.Schmerzt Dich Dein Knie noch, Lenny? Kannſt Du jetzt gehen?

Ja wohl. Mein Knie iſt durchaus nicht beſchädigt. Wenn Du müde biſt, Roſamunde ich weiß, daß Du es biſt, wenn Du es auch nicht geſtehen willſt ſo wird es gut ſein, wenn wir dieſes Zimmer ſo bald als möglich verlaſſen.

Sie ſchien die letzten Worte, die er ſagte, nicht zu hören. Ihre Finger bewegten ſich fieberhaft an ihrem Halſe und Buſen herum; zwei helle, rothe Punkte be⸗ gannen auf ihren bleichen Wangen zu brennen; ihre Augen waren ſtier auf den neben ihr liegenden Brief geheftet; ihre Hände taſteten umher, ehe ſie ihn auf⸗ hoben.

Einige Secunden lang wartete ſie ſo auf den Knien