Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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Da die Thür des obern Theils des Bücherſchranks offen war und nur noch halb in ihren Angeln hing, ſo war die Leere der Bretgeſtelle des Schrankes auf der einen Seite ſofort ſichtbar. Die andere Thür zeigte, als Roſamunde ſie aufriß, genan denſelben Anblick von Kahl⸗ heit und Leere. Auf jedem Brete lag dieſelbe Anhäufung von Schmuz und Staub, ohne eine Spur von einem Buch, ohne auch nur einen Fetzen Papier, der in irgend einer Ecke das Auge angezogen hätte.

Der untere Theil des Bücherſchranks beſtand aus drei verſchloſſenen Abtheilungen. An der Thür einer derſelben ſtak noch der roſtige Schlüſſel im Schloſſe.

Roſamunde drehte ihn mit einiger Mühe um und ſchaute in das Behältniß hinein. Im Hintergrunde deſſelben lag ein Pack brauner und ſchmuziger Spiel⸗ karten umhergeſtreut. Ein Stück Muſſelin lag daneben und erwies ſich, als Roſamunde es auseinanderzog, als das Ueberbleibſel von der Halskrauſe eines Geiſt⸗ lichen. In der einen Ecke fand ſie einen zerbrochenen Korkzieher und den Haspel einer Angelruthe; in einer andern einige Stummel von Tabakspfeifen, einige alte Medicinflaſchen und ein zerknittertes Liederbuch.

Dies war alles, was in dieſem Behältniß vorzu finden war.

Nachdem Roſamunde jeden dieſer Gegenſtände ganz genau ſo wie ſie ihn fand, ihrem Gatten beſchrieben, wendete ſie ſich zu dem zweiten Behältniß.

Als ſie die Thür verſuchte, ergab ſich, daß dieſelbe nicht verſchloſſen war. Als ſie hineinſchaute, entdeckte