Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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Durchaus nicht; ich werde Dir blos bös ſein, wenn Du nicht ſprichſt. Alſo weshalb glaubſt Du, daß die fremde Frau ohnmächtig geworden war?

Betſey zog mit ihrem verlegenen Zeigefinger eine ſehr lange Linie, wiſchte ſie dann mit ihrer Schürze wieder weg und antwortete:

Ich glaube, ſie ward ohnmächtig, weil ſie das Ge⸗ ſpenſt geſehen hatte.

Das Geſpenſt! Was! Iſt ein Geſpenſt hier im Hauſe? Lenny, da werden wir eine romantiſche Geſchichte zu hören bekommen, die wir nicht erwartet hätten! Was für ein Geſpenſt iſt es denn? Erzähle uns die ganze Geſchichte!

Die ganze Geſchichte, wie Betſey dieſelbe erzählte, war nicht geeignet, ihren Zuhörern außerordentliche Auf⸗ ſchlüſſe zu gewähren, oder ſie lange in Ungewißheit zu erhalten. Das Geſpenſt war eine Dame, die vor langer Zeit die Gattin eines der Beſitzer von Porthgenna Tower geweſen und ſich eines Betrugs gegen ihren Gatten ſchul⸗ dig gemacht hatte. Deshalb war ſie verdammt worden, in den nördlichen Zimmern umzugehen, ſo lange die Mauern derſelben zuſammenhielten. Sie hatte langes, gekräuſeltes, hellbraunes Haar, ſehr weiße Zähne, und ein Grübchen in jeder Wange und war mit einem Worte ganzfürchterlich ſchön anzuſehen. Ihre An⸗ näherung ward jedem Sterblichen, der ſo unglücklich war, ihr in den Weg zu kommen, durch das Wehen eines kalten Windes verkündet und niemand, der jemals dieſen Wind gefühlt, hatte Ausſicht, wieder warm zu werden.