Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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Aeußerlich demüthig, in ſeinem Innern aber entrüſtet, ging Mr. Munder nach dem Beſuchzimmer voran. Das Feuer brannte hell, das altmodiſche Zimmergeräth nahm ſich ſehr maleriſch und vortheilhaft aus, die Tapeten an den Wänden ſahen behaglich und warm und der Teppich, ſo verſchoſſen er auch war, fühlte ſich doch unter den Füßen weich und warm an.

Roſamunde führte ihren Gatten an einen Lehnſtuhl am Kamin und begann ſich nun zum erſten Male hei⸗ miſch zu fühlen.

Hier ſieht es wirklich recht behaglich aus, ſagte ſie.Wenn wir dieſe ſchauerlichen weißen Nebel nicht mehr ſehen, wenn die Lichter angezündet ſind und der Thee auf dem Tiſche ſteht, werden wir uns über nichts mehr in der Welt zu beklagen haben. Dieſe ⸗warme Atmoſphäre iſt Dir angenehm, Lenny, nicht wahr? Es ſteht ein Piano hier im Zimmer; da kann ich Dir alſo des Abends in Porthgenna vorſpielen, gerade ſo wie ich in London zu thun pflegte. Wärterin, ſetzt Euch nieder und macht es Euch mit dem Kleinen ſo bequem als Ihr könnt. Ehe wir unſere Hüte abſetzen, muß ich mit Miſtreß Pentreath fortgehen und nach dem Schlaf⸗ zimmer ſehen. Wie heißt Du, mein Mädchen, mit dem gutmüthigen, rothbäckigen Geſicht? Betſey? Wohlan denn, Betſey, gehe jetzt hinunter und hole den Thee und wenn Du uns auch etwas kaltes Fleiſch mit herauf⸗ bringen kannſt, ſo ſoll es uns um ſo lieber ſein.

Nachdem Roſamunde in dieſen gutgelaunten Aus⸗ drücken ihre Befehle ertheilt, ohne darauf zu achten, daß ihr Gatte eine etwas unbehagliche Miene machte,