Teil eines Werkes 
4. Bd. (1862)
Entstehung
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Wie lange iſt es her, ſeit Sie als Zimmermäd⸗ chen im Dienſt geſtanden ſind?

Etwas über zwei Jahre, Madame.

Ich denke doch, Sie hätten in dieſem Zeitraum den Tafeldienſt, die Sauberhaltung der Silberzeugs und all das Uebrige noch nicht vergeſſen?

Bei dieſer Frage verlor ſich Luiſens Aufmerk⸗ ſamkeit, die ſchon während des Verlaufs von Mag⸗ dalenens Fragen immer mehr und mehr abgeſchweift war, nunmehr gänzlich. Ihre auftauchende ängſt⸗ liche Beklemmung begann ihr beſcheidenes und ſchüch⸗ ternes Weſen zu überwiegen. Anſtatt ihrer Herrin zu antworten, wagte ſie ſelbſt auf einmal in einem Anflug von zerſtreuter Beſtürzung eine Frage zu ſtellen.

Ich bitte um Entſchuldigung, Madame, ſagte ſie.Meinen Sie, daß ich mich für die Stelle des Zimmermädchens zu Heiligenkreuz antragen ſoll?

Sie? verſezte Magdalene.Ganz gewiß nicht! Haben Sie vergeſſen was ich Ihnen in dieſem Zimmer ſagte, ehe ich ausfuhr? Ich meine, daß Sie ſich ver⸗ heirathen und mit Ihrem Manne und Ihrem Kinde nach Auſtralien auswandern ſollten. Sie haben meine Weiſung nicht befolgt es abzuwarten, bis ich mich vollſtändig erklärt hätte. Sie haben Ihre eige⸗ nen Schlüſſe gezogen und zwar unrichtige. Ich ſtellte eben eine Frage an Sie, welche Sie nicht be⸗ antwortet haben ich fragte ob Sie Ihre Zimmer⸗ mädchens⸗Geſchäfte vergeſſen hätten?

O nein, Madame! Luiſens Erwiderungen hat⸗ ten bis jezt mehr den Ausdruck von unangenehmer