Teil eines Werkes 
3. Bd. (1862)
Entstehung
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— es war als wenn die Nacht ſie verſchlungen hätte. Er lauſchte und zählte ihre Fußtritte, die in der tiefen Stille knarrend auf den kleinen Steinen ertönten. Allmählig erklangen ſie immer entfernter und entfernter in die Nacht hinein. Plözlich ver ſtummte ihr Schall ganz. Hatte ſie auf ihrem Weg einen Halt gemacht, oder hatte ſie einen der Sand⸗ ſtreifen erreicht, die zur Zeit der Ebbe ſichtbar wurden?

Er wartete und horchte ängſtlich. Die Zeit ver floß und kein Schall drang zu ihm herauf. Und noch immer lauſchte er mit wachſender Beſorgniß wegen der Finſterniß. Noch ein Augenblick und dann drang ein Laut von dem unſichtbaren Strande zu ihm. Fern und ſchwach am Ufer unten ertönte kla⸗ gend ein Schmerzensſchrei durch die ſchweigende Stille. Dann war Alles wieder ruhig.

Ein ſchnelle Unruhe bemächtigte ſich ſeiner und er eilte vorwärts um an das Ufer hinunter zu gehen und ihr zu rufen. Bevor er über den Pfad gehen konnte, traf der Schall von Fußtritten die raſch näher kamen ſein Ohr. Er wartete einen Augen blick und die Geſtalt eines Mannes kam geſchwind längs des Weges zwiſchen ihm und dem Meere vor bei. Es war zu finſter um Etwas an den Geſichts⸗ zügen des Fremden unterſcheiden zu können; man konnte nur erkennen daß es ein hochgewachſener Mann war, eben ſo hochgewachſen wie jener Kirke benamste Seeoffizier in Rhedereidienſten.

Die Geſtalt ging in nördlicher Richtung vorbei und war augenblicklich aus dem Geſicht verloren. Capitän Wragge ſchritt über den Weg, trat einige