Teil eines Werkes 
2. Bd. (1862)
Entstehung
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Nachdem wir unſere Kleider und Geburtstags⸗ geſchenke, unſere Bücher und Muſicalien zuſammen⸗ gepackt hatten, begannen wir unſere Briefe zu ſor⸗ tiren, die, da ſie alle auf denſelben Tiſch gelegt wor⸗ den, unter einander gekommen waren. Einige von den meinigen waren unter Magdalenens Briefe ge⸗ rathen, und einige von den ihrigen unter die meini⸗ gen. Unter dieſen lezteren fand ich eine Carte die ein Schauſpieler, der eine Liebhabertheatervorſtellung dirigirte bei welcher ſie ſich betheiligte, zu Anfang des Jahres meiner Schweſter gegeben hatte. Der Mann hatte ihr die Carte, die ſeinen Namen und ſeine Adreſſe enthielt, in dem Glauben überreicht daß ſie noch verſchiedene Einladungen zu ähnlichen Unterhaltungen bekommen werde, und in der Hoff⸗ nung daß ſie ihn bei künftigen Gelegenheiten als Director empfehlen könnte. Ich erzähle dieſe unbe⸗ deutenden Details bloß um zu zeigen welch geringen Werth die Aufbewahrung einer ſolchen Carte unter Umſtänden wie die unſrigen haben mußte. Ganz natürlich ſchleuderte ich ſie über den Tiſch weg, und wollte ſie auf den Boden werfen. Sie fiel zu kurz, nahe bei dem Plaze wo Magdalene ſaß. Meine Schweſter nahm die Carte, ſchaute ſie an und er⸗ klärte ſogleich, ſie würde um Alles in der Welt nicht zugeben daß dieſes ganz werthloſe Ding vernichtet würde. Sie war beinahe böſe auf mich daß ich die Carte weggeworfen hatte, beinahe böſe auf Fräulein Garth, weil ſie fragte was ſie denn möglicher Weiſe damit anfangen könne. Konnte es einen deutlicheren Beweis geben daß unſer Mißgeſchick das ſie um ſo Vieles ſchwerer betroffen hat als mich ſie gänz