Teil eines Werkes 
1. Bdchn (1817)
Entstehung
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aber konnte der treue Freund nicht ſelbſt ge⸗ taͤuſcht ſein? der Widerwille des Maͤdchens, meine ſeltene Angſt gewiß war beides nichts, als eine nur zu gegruͤndete Ahnung, daß ich hier einen Fehlgriff begangen hatte. Zum Gluͤck fiel mir Madame Overlin ein. Ich hatte dieſe zwar auch nur etwa eine halbe Stunde geſprochen; aber mein Herz fuͤhlte ſich zu ihr weit mehr hingezogen, als zu Madame Bignol. Er, Overlin ſelbſt, war gewiß ein rechtlicher Mann. Ach, waͤre nur Ardeglio bei mir geweſen, daß dieſer mir haͤtte rathen koͤnnen. Doch die Bitte, an Overlins gerichtet, ſich meiner kleinen Meta mit anzunehmen, auf ihre Erziehung im Hauſe der Madame Bignol ein guͤtiges Au⸗ genmerk zu haben, ſie zuweilen zu beſuchen, konnte ja niemanden nachtheilig ſein, und Overlins waren zu gut, als mir dieſes Ge⸗ ſuch an ihre Menſchenfreundlichkeit abzuſchla⸗ gen. Ich ſchrieb alſo vor allem an Herrn Overlin einen langen Brief⸗