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Entstehung
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bauen*), ſo daß er von dem Pisgah ſeiner ueber⸗ zeugung hinabſchaut auf die Irrenden. Alle unſere ſpaͤteren Anhaͤnger der natuͤrlichen Religion ſind gluͤck⸗ licher in ihren Schlußfolgen, als dieſer erhabene Alte. Es gehoͤrt zu den beſondern Segnungen der offen⸗ barten Religion, daß ſie die Menſchen logiſcher zu den Folgerungen fuͤr die natuͤrliche Theologie gefuͤhrt

*) Es gewaͤhrt im Phaedon, wie uͤberhaupt in al⸗ len Schriften Plato's, großes Intereſſe, in ſeinen Theo⸗ rien die Keime moderner philoſophiſcher oder chriſtlicher Glaubensartikel zu verfolgen. Zum Beiſpiel Reid's Be⸗ hauptung von der uns inne wohnenden Anlage zur Wahr⸗ heit, oderdas inſtinktmaͤßige Vorherwiſſen menſchli⸗ cher Handlungen war bereits in Phaedon angedeutet, wenn auch hier nur von der Praͤexiſtenz des Geiſtes (eine Lehre, die wenigſtens ſo alt iſt, als Pherecides, der, als der erſte unter den Griechen, lehrte, der Geiſt beſtehe von Ewigkeit her Sokrates lehrte wenig oder nichts vollkommen Neues. Ach! wohl faſt Nie⸗ mand!) und von jener phantaſtiſchen Lehre die Rede iſt, daß das Wiſſen bloß eine Ruͤckerinnerung ſei. Die Wahrheit hiervon, ſagt Cebes,wird durch ei⸗ nen ſchoͤnen Beweis beſtätigt. Wenn man die Menſchen auf geeignete Weiſe befragt, ſo werden ſie von jedem Dinge ſprechen, wie es wirklich iſt wäͤre dieſes aber moͤglich, wenn nicht Kenntniſſe und geſunde Vernunft ihnen inne wohnten, oder eingeboren waͤren? In einem andern Theil des Phaedon kann man die erſte Andeutung des katholiſchen Fegefeuers auffinden wenn auch in den aus Egypten entlehnten Myſterien vielleicht noch ein fruͤherer Urſprung nachzuweiſen iſt.