Teil eines Werkes 
Entstehung
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Fortdauer des Geiſtes nach dem Tode, die jedoch, wenn ſie wahr waͤren, des ganzen Heils der Unſterb⸗ lichkeit uns wieder berauben wuͤrden denn wenn der Geiſt ſchon da war, bevor er unſeren Koͤrper be⸗ lebte und wenn unſere ſcheinbaren Kenntniſſe viel⸗ mehr dunkle Erinnerungen unſeres fruͤheren Wiſſens ſind wenn, wie die ſchwaͤrmende Poeſie der Pla⸗ toniker es vorausgeſetzt hat, das Entzuͤcken, welches die Entdeckung einer Wahrheit uns veranlaßt, nichts iſt, als die Wiedererkennung derſelben das Wie⸗ derfinden, ſo zu ſagen, von Etwas, das uns fruͤher innig vertraut und bekannt war wo bleibt denn die vollkommene Identitaͤt, welche allein ein neues Daſein fuͤr uns zu einem Gluͤck machen kann, def⸗ ſen wir uns bewußt werden? Welchen Troſt kann es mir gewaͤhren, zu glauben, daß mein Geiſt in einer andern Form fortleben wird, daß aber ich mein ſich ſelbſt bewußtes Ich mein Gedächtniß und meine Erinnerung, das neue Daſein nicht fuͤhlen? Dieſes wuͤrde nicht eine Fortſetzung mei⸗ ner ſelbſt ſein, ſondern eine Veraͤnderung in einen Andern, der von mir ſo verſchieden wäre, als Sokrates von Newton. Nein, durch den Phae⸗ don koͤnnte ein moderner Unglaͤubiger nicht uͤber⸗ zeugt werden; aber Alles iſt in ihm dazu geeignet, Denjenigen, der bereits glaubt, der nur wuͤnſcht, ſeinen Glauben mit ſchoͤnen Gedanken zu bereichern in das hoͤchſte Entzuͤcken zu verſetzen, und zu er⸗