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ſondern auch praktiſcher Geſchicklichkeit, um ihr ge⸗ maͤß zu handeln. Man kann genau wiſſen, was man zu thun hat, aber nicht Kraft genug haben, es wirk⸗ lich zu thun.„Jetzt,“ ſagt der ſchuͤchterne Verliebte, „ſollte ich gehen und mit meiner Geliebten ſprechen — mein Nebenbuhler iſt bei ihr— ich ſollte mich ſo angenehm als moͤglich machen— ich ſollte dieſen Menſchen durch meine Witze und Complimente ver⸗ dunkeln.“ Thut er es aber auch? Nein! Er ſitzt in einem Winkel und ſchmollt mit der Dame. Er iſt in dem traurigen, von Perſius beſchriebenen Zu⸗ ſtande. Er weiß, was gut iſt, kann es aber nicht ausfuͤhren. Und doch wuͤrde eben dieſer Mann, wenn er ein Schriftſteller waͤre, eben weil er ſo bitterlich
fuhlt, daß ſeine Conſtitution ſtaͤrker iſt, als ſeine Ver⸗
nunft, ſeinen Liebhaber im Buche Alles thun laſſen, was er in der Wirklichkeit nicht zu thun vermag. Daher geben uns oft die den beſten Rath fuͤr un⸗
ſer Benehmen, welche das Ihrige am thoͤrichtſten
einrichten. Sie ſind bei klarem Verſtande, wenn ſie ihn fuͤr uns benutzen, aber Eitelkeit, Laune und Leidenſchaft verblendet ſie, wenn ſie fuͤr ſich ſelber
handeln.
Der Weltkenntniß iſt eine gewiſſe Art von Witz eigen, und wir finden gewoͤhnlich, daß Schriftſteller,
denen man die meiſte Weltkenntniß in ihren Buͤchern
nachſagt, auch gemeinhin fuͤr die witzigſten Autoren ihres Landes gehalten wurden, ſo: Horaz, Plautus,


