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„Ja, es iſt wirklich recht hart, daß Sie dieſer unfall gerade jetzt betroffen hat, denn ich wollte Sie eben uͤber dieſe Stelle in meinem neuen Buche befra⸗ gen, ehe es morgen herausgegeben wird.“
Das gebrochene Bein ſeines Freundes ärgerte den Autor nur, weil es ihm das Vergnuͤgen raubte, ſeine eignen Werke vorleſen zu koͤnnen.
Vor Allem fand es Fi⸗Ho⸗Ti unmöglich, Män⸗ nern zu vertrauen, welche ſich ſelbſt untereinander den moöglichſt ſchlechten Charakter beilegten. Wenn man dieſen Literaten glaubte, ſo hatte es nie ein ſo neidiſches, boswilliges, unwuͤrdiges, unmoraliſches Gezuͤcht gegeben, als die Literaten von Peking wa⸗ ren. Jeder neue Bekannte erzaͤhlte ihm eine Anek⸗ dote von einem alten Bekannten, bei der ihm die Haare zu Berge ſtanden.
Fi⸗Ho⸗Ti wurde beſtuͤrzt. Er zog den Kreis ſeiner Geſellſchaft immer enger zuſammen und be⸗ ſchloß, auf den Gedanken an Freundſchaft unter Maͤn⸗ nern von aͤhnlichen Beſtrebungen Verzicht zu leiſten.
Die Schriften Fi⸗Ho⸗Ti's waren ſelbſt in den entfernteſten Provinzen des himmliſchen Reiches mit großem Beifall aufgenommen worden. Die Herrey citirten ihn bei ihrem Thee, und die Damen waren neugierig, ob er gut ausſehe; aber dieſer Beifall, dieſes Intereſſe, das er erregte, erreichte nicht Fi⸗Ho⸗Ti's Ohren. Er ſah nicht das Lächeln, das er durch ſeinen Witz, noch die Thränen, die er
Vylwer's Werke. Taſchenausg. VI. 2


