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Frau; gib mir meinen wahren Schatz zuruͤck; meine
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Schoͤnheit und meine Jugend gib mir wieder— gib mir die Jungfraͤulichkeit der Seele, das heitere Gemuͤth und das Herz zuruͤck, das noch keine Täu⸗ ſchung kannte.“
Ja, das iſt's, deſſen uns der Ungetreue beraubt, wenn er uns in die Welt zuruͤckſtößt, und uns mit bitterm Hohne zuruft, neue Bande zu knuͤpfen. Im Verhaͤltniß zu der Zeit, die wir treu geweſen ſind, zu den Gefuͤhlen, die wir geopfert, zu dem Reichthum der Seele, der Liebe, der Hingebung, den wir hingegeben haben, verringert ſich die Moͤglichkeit, anderswo einen Erſatz zu finden. Aber das iſt noch nicht Alles. Auch das andere Treiben der Welt iſt uns ploͤtzlich ſchaal und unerquicklich geworden. Die täglichen Beſchäftigungen des Lebens, die gewohnli⸗ chen Vergnuͤgungen, die an und fuͤr ſich ſo matten Zerſtreuungen der Geſellſchaft hatten ihren Reiz, als wir ſie theilen, mit einander beſprechen konnten. Die Sympathie machte ſie ſuͤß— ohne ſie ſind ſie uns nichts mehr, ſchlimmer als nichts. Die Unterhaltung iſt zum Schellengeklingel, die Geſellſchaft zu einer Bildergallerie geworden. Ehrgeiz, Arbeit, die gro⸗ ßen Lebenszwecke— ſelbſt dieſe regen uns mit einem Male nicht mehr auf. Hatten wir nicht die Hoff⸗ nung, daß die Belohnungen auf unſer anderes Ich zuruͤckſtrahlen wuͤrden? und jetzt haben wir kein anderes Ich mehr. und dann— und dies iſt ein


