Teil eines Werkes 
Entstehung
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ten, unſre ironiſchen und bittern Ausfälle, bei denen

wir halb, wie ſonſt, das ſanfte Wort erwarten, wel⸗

ches den Zorn beſchwichtigt: dies Alles beſchleunigt + nur die verhaͤngnißvolle Stunde; dies wird uns als ein neues Verbrechen angerechnet; ſogar die Beweiſe unſrer ſchmerzlichen Liebe werden geſammelt und als Gruͤnde wiederholt, warum man uns nicht mehr lieben kann, als ob wir ohne Kampf, ohne Murren uns in einen ſo großen Verluſt fuͤgen konnten. Ach! nur unter gewaltigen Stoͤßen ſtuͤrzt der Tempel zu⸗ ſammen und hoͤren wir die Gottheit ſcheiden. Oft ſtehen wir ſchweigend und mit vollem Herzen da, und blicken auf die harten, kalten Augen, die nie mehr in Zaͤrtlichkeit fuͤr uns zerſchmelzen. Und un⸗ ſer Schweigen iſt ſtumm ſeine Beredtſamkeit iſt dahin. Man verſteht uns nicht mehr. Wir ſehnen uns nach dem Tode als nach einer Rache. Wir be⸗ ten faſt um ein großes Mißgeſchick, eine ſchwere Krankheit, damit ſie uns unſere Troͤſterin und Pfle⸗ gerin zuruͤckfuͤhre. Wir ſagen:In Kummer oder Krankheit konnte ſie uns ſo nicht verlaſſen. Wir taͤuſchen uns. Wir ſind ſchirmlos das Dach iſt K uns uͤber unſern Haͤuptern weggenommen wir ſind jedem Sturme preisgegeben. Dann uͤberkommt uns ein ſchneidendes und ſchreckliches Gefühl der Ein⸗ ſamkeit und Huͤlfloſigkeit. Schwache Kinder hat man uns allein im Dunkel gelaſſen. Der Tod be⸗ raubt uns ſo unwiderruflich nicht; denn wird ſelbſt