261
Langeweile und innere Leere zu beſchwichtigen— ein Feind der Zeit zu werden— alle Sekunden ihres Ganges zu zahlen— ihr Gefangener zu ſein — nur vom Tode Befreiung hoffen zu duͤrfen— zu einer Maſchine ſich erniedrigt zu fühlen, ohne eigenen Willen und ohne innere Kraft, die jeden Tag aufgezogen wird— Weſen eines Traumes, in dem wir unwillkuͤhrlich handeln— unſern beſſern Theil gebunden und eingezwaͤngt fühlend und unſere Thätigkeit einer Macht zu widmen genoͤthigt, die uns zu Dienſten mißbraucht, welche weder Zweck noch Erfolg haben— muͤßig und doch keiner Ruhe genießend:— moͤge doch kein glucklicheres Weſen jemals einen ſolchen Zuſtand beneiden!— Gewoͤhnlich uͤberfällt uns dieſe Ueberſaͤttigung, wenn plotzlich in den Leidenſchaften eine Pauſe ein⸗ getreten iſt. Der Sturmwind hat ſich gelegt, und das Blatt, welches er empor wirbelte, ruht jetzt im Staube. Es iſt das verfehlte Ziel getaͤuſchter Liebe oder erfolgloſen Ehrgeizes. Wer ſtellte jemals die Liebe dar, wenn ſie die Unwuͤrdigkeit ihres Ge⸗ genſtandes entdeckt, und ſich traurig in ſich ſelbſt zuruͤckzieht, und malte nicht zugleich den darauf folgenden Lebensuͤberdruß, die Leere und Langeweile, welche uns plotzlich in allen Verhaͤltniſſen des Da⸗ ſeins entgegen tritt?— So auch mit dem Ehrgeiz — die Abdankung eines Staatsmannes vor ſeiner Zeit iſt vielleicht die am wenigſten beneidenswerthe


