Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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gang, und ſie wird geheilt durch Thaͤtigkeit. Bei ihnen iſt die ueberſättigung gewöhnlich die Folge einer lebhaften Einbildungskraft und eines tragen Geiſtes. Sie beſchaͤftigen ſich mit Kleinigkeiten, an denen ihre Gefuͤhle zuletzt kein Intereſſe mehr zu nehmen vermoͤgen. Nicht die Frivolen leiden an Ueberſaͤttigung, ſondern eine beſſere Klaſſe von Gei⸗ ſtern, deren Loos es iſt, keine andere als frivole Beſchaͤftigungen zu haben. Die Verfaſſer der fran⸗ zoͤſiſchen Memoiren, die ſo vieles Talent in einer Welt von Armſeeligkeiten vergeuden, bieten das tra rigſte Bild der Ueberſaͤttigung dar, und ent⸗ wickeln uns die duͤſterſten Lehren der Apathie, die oft ihre Folge wird. Die Blumen des Herzens verwelken. Madame d Epinay hat dieſes kurz und ſchoͤn ausgedruckt;Le coeur se blase, les ressorts 8e brisent, et l'on finit, je crois, par n'etre plus sensible à rien.

D, wie ſchrecklich iſt jene Verzweiflung des Ge⸗ muͤths, jene Erſchoͤpfung aller Gefuͤhle, jene hoff⸗ nungsloſe Gleichgultigkeit gegen Alles.

Von dieſer Holle Qualen weiß Nur, wer ſie kennt.

Den ganzen langen Tag keinen Gegenſtand zu finden, der intereſſiren, kein Vergnuͤgen, das un⸗ terhaltung gewaͤhren kann, mit einem ſtets nach Aufregungen ſich ſehnenden Herzen, um die tödtliche