Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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unbezahlte Rechnung an die auf das Arbeitslohn am Samſtag faͤlligen Forderungen. O, mein Herr, Niemand kann ſich vorſtellen, wie groß in ſolchen Augenblicken unſer Lebensuͤberdruß iſt, wie nieder⸗ gedruͤckt und matt wir uns fuͤhlen; die unter⸗ haltung ſowohl, als die Wiſſenſchaft werden uns dann widerwaͤrtig wir ſinken zu Boden unter der Laſt, die uns auferlegt wurde wir ſind der Sonne ſo uͤberdruͤſſig, wie der groͤßte Muͤßiggaͤnger im Lande wir theilen ſein Vorrecht der Ueber⸗ ſättigung, und ſehnen uns nach der Ruhe in dem gruͤnen Bett, in welchem unſere Vorfahren ſchlafen, und wo wir fuͤr immer befreit ſind von jenen un⸗ aufhorlich drängenden Sorgen.

Dieſen Brief hatte ein Dichter geſchrieben wir wollen wuͤnſchen, daß nicht viele ſeines Stan⸗ des mit ihm zu einem Loos verurtheilt ſein moͤgen, welches ſo wenig ihrem geiſtlichen Streben zuſagt. Je mehr aber die Wiſſenſchaften ihre Kreiſe erwei⸗ tern, deſto mehr wird auch die Anzahl ihrer Juͤn⸗ ger zunehmen, und wenn unſer ſozielles Syſtem immer daſſelbe bleibt, ſo zweifle ich, ob die Sehn⸗ ſucht nach dem Wiſſen, welche zugleich die Sehn⸗ ſucht nach Ruhe und Muße iſt, fuͤr Jene ein Heil ſein wird, die fortwährend zu arbeiten verurtheilt ſind.

Die ueberſättigung der Reichen findet jedoch ihre Heilmittel in Dem, was gerade der Fluch der Ar⸗ muth iſt. Ihre Ueberſaͤttigung entſteht durch Muͤßig⸗

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