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manche Irrthuͤmer und manche Reue erſparen, und uns abhalten,„eiteln Schatten nachzulaufen.“— Plato zog ſich in ſeine Hoͤhle zuruͤck, um weiſe zu werden; die Krankheit mit ihrer Ruhe, Finſterniß und Einſamkeit iſt oft eine moraliſche Hoͤhle fuͤr den Geiſt.
Auch lernt, wer die Hinfaͤlligkeit des Lebens kennen gelernt hat, deſſen Werth beſſer wuͤrdigen. Er gewoͤhnt ſich daran, dem Tode mit einem ruhi⸗ gen Auge entgegen zu ſehen, und die Gewohnheit*) begabt ihn mit einer groͤßeren Kraft, als die Stoi⸗ ver der Halle. Auch iſt die durch augenblickliche phy⸗ ſiſche Aufregungen ungetruͤbte heitere Ruhe jener nie erſchuͤtterten Geſundheit unbekannt, welche des er⸗ erbten Schatzes, weil ſie durch Vergleichungen deſ⸗ ſen Werth nicht kennen lernt, ſich nicht ſo ſehr be⸗ wußt wird. Wie entzuͤckend ſind die erſten Schritte zur Wiedergeneſung— die erſte Wiederkehr der ver⸗ lornen Kraͤfte!— Wenn die weiſe Einfachheit des Heſiodus die berauſchende Freude eines Bräutigams, da er den erſten umarmungen ſeiner Geliebten ent⸗ gegen eilt, ſchildern will, ſo kann er ſie bloß mit dem Entzuͤcken eines von einer ſchmerzhaften Krank⸗ heit Geneſenden, oder den Ketten eines Gefängniſ⸗
*) Exilia, tormenta, bella, morbos, naufragia, medi- tare, ut nullo sis malo, Tyro.— Senec. Epist.


