Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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uͤber die zu gebieten wir einen gewiſſen Stolz fuͤh⸗ len. Die Leidenſchaften unſeres Geiſtes werden oft durch das Maß unſerer Krafte unterſtuͤtzt, und ſau⸗ gen ihre Nahrung aus denſelben Quellen, welche den Schlag des Herzens ſtärken, und unſere Schritte feſt machen auf der Erde. Wenn aber der Koͤrper ſchwach wird, und den Wettkampf der Stärke auf⸗ geben muß, ſo kehrt der Geiſt nach und nach wie⸗ der in ſich ſelbſt zuruͤck er gibt den Kampf mit den Leidenſchaften auf, der von ſeinem Intereſſe ver⸗ liert geiſtige Beſchaͤftigungen ſprechen uns mehr an, und indem wir uns nicht länger ſelbſt eine Welt ſein können, bildet ſich die ſuße Gewohnheit aus, unſere Neigungen Anderen zuzuwenden; die Bande, welche unſere Herzen mit andern verknuͤpfen, werden uns fuͤhlbarer, und jeder Beweis von der Liebe An⸗ derer laͤßt uns die Liebe ſelbſt hoͤher ſchatzen. Es iſt daher einer der Troſtgruͤnde gegen die Kraͤnklich⸗ keit, daß wir empfaͤnglicher ſind fur alle weicheren Gefuͤhle, und daß die Anhänglichkeit unſerer Freunde uns inniger beglůckt. Wenn wir dabei, je mehr der Koͤrper den Genuͤſſen der Außenwelt entſagen lernt, geiſtigeren Beſchaͤftigungen uns mehr zuwenden, ſo eroffnen ſich uns neue Quellen des Vergnuͤgens. Die Buͤcher haben dann eine vertraulichere Sprache fuͤr uns, und ihr Anblick iſt uns ſo erfreulich, als das Geſicht eines theuern Freundes und Troͤſters. Viel⸗ leicht kennt kein Epikuräer, der den eitlen Vergnuͤ⸗ 16*