Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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loſes Daſein zu theuer erkauft ſein wuͤrde, und in⸗ dem ich das uebel, welches ich(jedoch irrthuͤmlich) für unheilbar hielt, erduldete, gab ich mir Muͤhe, mit deſſen Nothwendigkeit mich zu verſohnen.

Es ſcheint mir nun nach meinen Erfahrungen, daß, wenn das Nervenſyſtem ſchwaͤcher wird, die Theilnahme fuͤr unſere Mitgeſchöͤpfe zunimmt jene ueberfuͤlle der Kraft, die meiſtens eine unver⸗ wuͤſtbare Geſundheit begleitet, iſt nicht geeignet, die Schwaͤchen Anderer nachſichtig zu beurtheilen. Wie kann ſie mit Dem ſympathiſiren, was ihr gänzlich unbekannt iſt? Wir finden ſelten, daß Menſchen von großer phyſiſcher Kraft und Geſundheit ein ſehr feines Gefuͤhl beſitzen; ihre Humanität und Freund⸗ lichkeit ſind großen Theils abhängig von ihrem Wohlbefinden ihre beſten Eigenſchaften ſind oft nur die Folgen ihrer guten Laune. Die feinere und ſchwaͤchlichere Körperbildung des weiblichen Ge⸗ ſchlechts macht deſſen Herzen empfaͤnglicher fur je⸗ des edle Gefuͤhl, und eben ſo wird in unſerem Ge⸗ ſchlecht oft Das, was die Rerven ſchwächt, die In⸗ nigkeit des Gefuͤhls erhoͤhen. und dieſes iſt auch in der That die urſache jener groͤßeren Hinneigung zum Mitleiden, zur Barmherzigkeit, zur Freundſchaft in unſeren ſpätern Tagen, wie Bolingbroke es ſo ruhrend auszuſprechen weiß. Das Bewußtſein einer unerſchuͤtterten Geſundheit und gereiften Stärke treibt uns fort auf der Bahn jener ſelbſtſuͤchtigen Genuͤſſe,