20
gruͤndet zu ſein— ſondern ihre Schriften gewaͤh⸗ ren ſogar dem fleißigen Forſcher ihre genaueſte und vollſtändigſte Bekanntſchaft,— und einen weit ſchaͤtz⸗ bareren und aufklärenderen Beitrag, als der Tert ſelbſt, zu ihrer Lebensbeſchreibung. Aus dieſer That⸗ ſache koͤnnen wir die Schoͤnheit und Mannichfaltig⸗ keit der Beſtandtheile des menſchlichen Geiſtes beur⸗ theilen, wenn auch die Harmonie dieſer Beſtand⸗ theile oft ſo ſchrecklich verletzt wird. Es ſcheint je⸗ doch, daß— trotz der wirklich beſtehenden Aehnlich⸗ keit zwiſchen dem Buch und dem Mann— die Menge fortwaͤhrend ſich ſelbſt taͤuſchen wird, weil ſie an Aeußerlichkeiten hängt;— und weil der Mann das Buch nicht vermoͤge ſeines Geſichts, oder ſeiner Kleider, oder ſeines Benehmens, ſondern vermoͤge ſeines Geiſtes geſchrieben hat.— Wer daher erklärt, daß die Perſoͤnlichkeit des Schriftſtellers ſeinen Er⸗ wartungen nicht entſprochen habe, der verraͤth ge⸗ wohnlich nur ſeinen eigenen Mangel an Urtheils⸗ kraft und das Geheimniß ſeiner Ueberſchaätzung des pantomimiſchen Effects. Außerdem wird es aus die⸗ ſen Bemerkungen ſich ergeben, daß derſelbe Schrift⸗ ſteller oft zwei Charaktere vereinigt— von denen der eine weſentlich der Poeſie, der andere dagegen der Erfahrung des Lebens angehoͤrt; und daß da⸗ durch manche ſcheinbare Widerſpruche und Gegen⸗ ſätze in ſeinen Werken ſich leicht auflöſen laſſen;— und ferner, daß das Buch, weit davon entfernt, dem


