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Man wird bei humoriſtiſchen Autoren bemerken,
daß ſie oft die Thorheiten ſelbſt mehr oder weniger beſitzen, welche ſie am meiſten lächerlich machen. Cervantes hatte Vieles vom irrenden Ritter— Sir Georg Etherege war unverkennbar der Fopling Flatter ſeiner eigenen Satyre;— Goldſmith war eben ſo keck gegen Kammermaͤdchen, und eben ſo ſchuͤchtern gegen vornehme Damen, als er in ſeinem vortrefflichen Luſtſpiel es verewigt hat;— und die antiquariſchen Launen Jonathan Oldbuck's fanden ſich auch in deſſen Verfaſſer. Das Vergnuͤgen, oder die Unannehmlichkeiten, welche unſere eigenen Schwaͤ⸗ chen uns veranlaſſen, gehen hinlaͤnglich in unſere Natur über, um hier oder da auch in unſren Schrif⸗ ten wieder hervor zu treten.
Ich glaube, ein franzoſiſcher Schriftſteller hat irgendwo bemerkt, daß in unſerm Charakter Etwas liegt, welches nirgends, als in unſren Schriften her⸗ vortritt. Ja, Alles, was dem Idealen angehoͤrt— unſre Sehnſucht nach dem Ueberirdiſchen— die Vi⸗ ſionen unſrer Begeiſterung— unſre Träume von der vollkommenſten Tugend— die ganze celata Ve- nus, welche auf dem einſamen Ida unſres Herzens wohnt— wer' koͤnnte dieſe zarten Geheimniſſe ir⸗ diſchen und korperlichen Zuhoͤrern mittheilen— wer könnte vor einem kalten, gleichguͤltigen Zuſchauer die geliebten und verehrten Bilder verſunkener Wünſche und getäuſchter Hoffnungen ſo gaͤnzlich entſchleiern?—


