Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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ſtand, als die meiſten Menſchen glaubten. Es liegt tiefe Wahrheit in dieſer Bemerkung. Ein Schrift⸗ ſteller hat gewoͤhnlich zwei Charaktere, der eine bezieht ſich auf ſeine Einbildungskraft, der andere auf ſeine Erfahrung. Dem einen verdankt er alle ſeine hoͤheren Schoͤpfungen, mit deſſen Huͤlfe ver⸗ klaͤrt und verfeinert er Alles; mit dem andern bil⸗ det er ſeine irdiſchen Geſtalten und ſeine Aphoris⸗ men weltlicher Klugheit. Dem einen verdanken wir glaͤnzend doch faſt undeutlich gezeichnet die Rebekka im Jvanhoe der andere ſchuf liſtig und ſelbſtſuͤchtig den Andrew Faiſervice im Rob Roy. Das Original der erſteren braucht nie in der Wirklichkeit vorhanden geweſen zu ſein ihre Ele⸗ mente gehoͤren dem Ideal an aber der letztere war durchaus die Frucht der Erfahrung, und ent⸗ weder nach einem wirklichen lebenden Weſen gezeich⸗ net, oder unbewußt nach mehreren gebildet. Im Shakespeare dringt derſelbe zwiefache Charakter ſich auf. Das erhabenſte Ideal wird fortwaͤhrend mit den genaueſten Nachbildungen des gewoͤhnlichen Le⸗ bens vereinigt Shakespeare hatte eine Miranda geſehen aber er hatte ſein Glas mit dem ehrlichen Stephano getrunken. Jeder Charakter bezieht ſich auf eine beſondere Anſicht des Lebens der eine (um zu meinem Gegenſtand zuruͤckzukehren) die Schoͤpfung der Einbildungskraft, der andere die der Erfahrung. Dieſe Widerſpruͤche in den Charakteren