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nenne. Ihre große Reizbarkeit macht ſie zu em⸗ pfindlich gegen Beleidigungen,— ſie ſtellen ſich ihre Feinde boshafter vor, als ſie ſind,— halten ſich für mehr verlaͤumdet, als es der Fall iſt.— Sie fuͤrchten immer getaäuſcht und betrogen zu werden, und zwar nicht bloß in der Literatur. Da ſie wiſ⸗ ſen, daß ſie in den Geſchäften des gewöhnlichen Le⸗ bens unerfahren ſind, ſo beſorgen ſie ſtets, man werde ihnen eine Falle legen; auch ſcheuen ſie oft, ihrer Huͤlfloſigkeit in dieſer Beziehung ſich bewußt, lächerlich gemacht zu werden. So belagert ſie das Mißtrauen auf allen Wegen und in allen Geſtaltenz dieſes haͤlt ſie jetzt ab, edelmuͤthig, dann wieder freundlich zu ſein, und indem jene traurige Untugend auf ein Gemuͤth wirkt, welches leicht Eindruͤcke an⸗ nimmt, aber ſchwer ſie wieder vergißt, ſo macht ſie das ganze Benehmen des handelnden Mannes hart und abſtoßend, macht jedoch ihre Wirkungen in literariſchen Leiſtungen weniger bemerklich. Der denkende Mann hat dann nicht das Schreckbild eines Feindes vor ſich— kein geldhungeriger Ge⸗ ſchaͤftsmann quält ihn— kein uͤbelwollender Spaͤher forſcht ſeine Schwächen aus. Sein Geiſt wird wie⸗ der jung— was er ſchafft, iſt ſein wahres Ich— und die in dem wirklichen Leben zuruͤckgewieſenen Gefuͤhle durfen in dem ideellen ſich ausſprechen. Es war die eingeborne Tugend, um eine Phraſe aus dem Franzoſiſchen zu borgen, welche in dem irre


