Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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geruͤhrt; und Plutarch erzählt uns, daß Alexander Pheraͤus, einer der grauſamſten Thrannen, bei der Darſtellung eines Trauerſpiels faſt in Thraͤnen zer⸗ fließen wollte; ſo daß derſelbe Menſch, der den mei⸗ ſten Stoff fuͤr Trauerſpiele geliefert hatte, am mei⸗ ſten durch deren Pathos angegriffen wurde!

Wer will jedoch behaupten, daß die Gefühle, welche ſolche Eindrucke hervorbrachten, ſelbſt in ſol⸗ chen Männern nicht loblich und gut waren? Wer, dem die dunkeln Hoͤhlen des menſchlichen Her⸗ zens nicht ganz unbekannt ſind, wird es wagen, über den Gegenſatz zwiſchen Handlung und Gefuͤhl zu ſpotten, und nicht vielmehr ihn bedauern? Solche Spoͤtter ſind ſeichte Witzlinge ihr Spott iſt ein Beweis ihrer Oberflaͤchlichkeit. Es gibt dunkle Gefuͤhle im Menſchen, die, wenn ſie aufge⸗ regt werden, die beſſeren Gefuͤhle nicht zerſtoren, ſondern nur fuͤr eine Zeit lang uͤberwältigen und den letzteren können wir in der Literatur, oder in rein geiſtigen Beſchäftigungen, uns ausſchließlich und ungehindert hingeben. Eine Leidenſchaft beſon⸗ ders iſt kräͤnklichen Gelehrten eigen, und wenn ſie auch bisher als ſolche wenig beobachtet worden, ſo iſt ſie dennoch der Grund vieler der großten Untu⸗ genden bei Gelehrten und zugleich bei Tyrannen; dieſe Leidenſchaft iſt das Mißtrauen, und ich glaube, man wird mir beiſtimmen, wenn ich es das charakteriſtiſche Kennzeichen kränklicher Gelehrten