Teil eines Werkes 
1. Th. (1835)
Entstehung
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pathiſiren. Dieſes reicht vielleicht nicht hin, um ihn zu einem guten Menſchen zu machen es kann im Leben ſelbſt durch vielfache Gegenwirkungen auf⸗ gehoben werden, aber nicht in ſeinen ſchriftſtelleri⸗ ſchen Leiſtungen. Hier erwacht ſein beſſeres Ich, hier gibt er ſich ganz der Begeiſterung hin, und dieſer verdankt er edle und erhabene Eingebungen. Sterne war vielleicht hart und bitter gegen ſeine Frau, aber ſein Herz war in dem Augenblick, da er Maria ſchrieb, zärtlich geſtimmt. Ein abſtoßendes Benehmen ſteht keineswegs im Widerſpruch mit ei⸗ ner außerordentlichen Feinheit des Gefuhls im Schrei⸗ ben. Letzteres kann ebenſo aufrichtig, als das Erſtere ſchwer zu vertheidigen ſeinz vielleicht iſt das Eine nur eine Folge, nicht aber ein Gegenſatz des An⸗ dern. Die Sehnſucht nach dem Ideal, welche dem Gefuͤhlsmenſchen eigenthuͤmlich iſt, macht ihn unzu⸗ frieden mit den Menſchen, die ihn umgeben, und die⸗ ſelbe Nerven⸗Reizbarkeit, welche ſeine Gefuhle erhoͤht, vermehrt auch ſeine Empfindlichkeit. Was mich be⸗ trifft, ſo befremdet es mich ſo wenig, zu horen, Sterne ſei ein heftiger und launenhafter Mann ge⸗ weſen, daß ich es gus dem uͤberreizten Ton ſeiner ernſthafteren Compoſitionen vielmehr vorweg ge⸗ ſchloſſen haben wuͤrde. Dieſer Gegenſatz zwiſchen großer Gefuͤhls⸗Empfaͤnglichkeit und abſtoßendem Be⸗ nehmen wird nicht bloß bei den Dichtern gefunden. Nero wurde durch die Klänge der Harfe aufs tieſſte