368 Herz Vittore's gepflanzt, er lebte für ſie und für ihren Sohn und ſie ſagte oft:
„Ich weiß du wirſt erkennen, was du an Vittore haſt. O guter Gott, laß mich in der Ewigkeit das Geſchlecht ſehen, das aus dieſen Kindern hervorgeht. Ihr müßt die Erlöſung bringen.“
Das ganze Leben der Mutter war faſt nur noch Ein Gebet, und doch konnte ſie dabei wiederum in das kleinſte Leben eingehen. Sie
freute ſich, daß ein Stück Tuch, das auf der Bleiche gelegen, nicht mit im Hauſe verbrannt
war; ſie hatte ſo manches Reiſtlein Flachs ſelbſt geſponnen und freute ſich ganz kindiſch damit, wenigſtens dieſes Eugen zu ſeiner Ausſtattung geben zu können....
Bei der Schultheißenwahl fiel trotz der Gegenwehr Eugens die Mehrheit der Stimmen auf ihn und Kronauer. Es war für Eugen eine eigenthümliche Genugthuung, daß die Regierung ihn nicht beſtätigte, ſondern Kronauer.
„Jetzt iſt mir's erſt recht,“ ſagte Vittore, „daß du nicht gewollt haſt; führ nur immer deine Gedanken aus und kehr dich nichts an Einreden von mir und nicht von anderen, und laß die Welt ſchimpfen wie ſie mag.“


