Teil eines Werkes 
3. Bd. (1852)
Entstehung
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361 Kammer die Hand entgegen, die zu leuchten ſchien, wie er damals in ſeinem Fiebertraum ge⸗ ſehen. Eugen erfaßte ſtumm und zitternd die Hand. Nach einer Weile fuhr die Mutter fort:

Ich hab heut. Nacht von dir geträumt, ich habe dich geſehen an der Spitze von tauſend und aber tauſend Männern und alle hatten Eichen⸗ zweige auf den Hüten und haben wunderſchön geſungen, und da biſt du plötzlich verſchwunden und da war ein großer Lärm und du biſt wieder kommen, aber aus deiner Bruſt iſt Blut heraus⸗ gefloſſen. Das bedeutet langes Leben.

Redet nicht ſo viel, befahl die Pfarrerin.

Ich will Licht haben, ich muß ihn ſehen, rief die Kranke mit heftiger Stimme.

Die Pfarrerin öffnete einen ſchweren Vor⸗ hang und in hellem Sonnenglanze erſchien die bleiche Kranke.

Mutter! rief Eugen.

Das iſt ſeine Stimme, ich habe ſie im Traume gehört, rief die Kranke ſich aufrichtend, wer hat dir ſeine Stimme gegeben? Das iſt ſein Antlitz. Weh! wie iſt mir.

Ich bin dein verloren geglaubter Sohn, ich bin dein Eugen. Mutter! Meine Mutter! Die Kranke wehrte ihn zitternd von ſich