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„Mehr? Was iſt denn mehr als ganz? Wenn du ein ſchönes Verbrechen weißt, das mich in zwei Tagen um einen Kopf kleiner macht, ich bin dabei. Siehſt du, ich hab' nicht umſonſt meinen Plato geleſen, wie er den Tod des So⸗ krates, das ruhige Abſterben von unten auf ſo gut ſchildert. Da drinnen iſt Sokrates und alle Philoſophen. Und wenn ich ſterbe, will ich mit Sokrates ausrufen: O Kriton, wir ſind dem Asklepios einen rothen Hahn ſchuldig, entrichtet ihm den und verſäumt es ja nicht.“
„Du ſprichſt irre.“
„Gar nicht. Wenn du Schierlingsſaft brauchſt, hier hab' ich, ich hab' mir's für alle Gefahren im Wald geſammelt. Es iſt doch ſchön, daß das frei wächſt. Sagen die Deut⸗ ſchen, ſie ſeien nicht frei und wächſt doch Hanf auf den Feldern und im Walde echtes geſundes Gift.“
Er zeigte Eugen ein Fläſchchen, das ihm dieſer entreißen wollte, aber Bartelmä war ge⸗ wandter und im Raufen klirrte etwas und Bar⸗ telmã ſchrie, daß ihm ſeine Lethe, ſeine Schnaps⸗ buttel„zum Reichsverweſer gegangen ſei.“
Auf die eindringlichen Ermahnungen Eugens rief Bartelmä lachend: „Haſt auch noch das Vorurtheil der flanell⸗


