Teil eines Werkes 
2. Bd. (1852)
Entstehung
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3 falſche Heirathen, ſie nehmen ein dralles Bauer⸗ mädchen, dem nichts mehr zuwider iſt als Geld für bedrucktes Papier ausgeben, oder ſie holen ſich eine Nähmamſell aus der Stadt, die ſtets klagt, daß man auf dem Lande ohne gebildete Geſellſchaft leben müſſe. Ihr Vorgänger Kaidl z. B. der ſich in letzter Zeit ſo verrannte, daß er lieber die ganze Welt zu Grunde gerichtet hätte, ehe er ſeinen politiſchen Waſchzettel änderte, war urſprünglich ein tüchtiger Menſch und ver⸗ kam beſonders dadurch, daß er ein ſogenanntes Naturkind heirathete. Er mußte alle Erholung außer dem Hauſe ſuchen, und außer dem Hauſe heißt in's Wirthshaus.

Der Lehrer könnte ja aber ſein Naturkind bilden, ſagte Stephanie.

Naturkind! verſetzte Kronauer,das iſt eines eurer Worte aus den Mädcheninſtituten. Haſt du bei uns hier noch nicht ſo viel gelernt, liebe Couſine, daß es gar kein Naturkind nach eurem Begriffe von einfältiger Natur mehr giebt? Alles auf der Welt iſt entweder gebildet oder verbildet und in beiden Klaſſen giebt es ſolche, die leſen und ſolche die nicht leſen können. Die meiſten Männer, die zu hoch über ihren Frauen ſtehen, verkommen durch ſie, während umgekehrt 3