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ſchleppen, und weil ſie Geld bewilligt haben zur neuen Quellenfaſſung im Hudelbad, jetzt Auroren⸗ bad genannt, zwei Stunden von hier, iſt die Fürſtin dahin gegangen und hat den Säuerling ge⸗ trunken, und hat zu ewigem Heil der Menſchheit ver⸗ ordnet, daß die Bademuſik alle Morgen mit einem Choral anfangen muß und nicht mit einem Hopſer oder Walzer. Wo eine von den ſittſamen Prin⸗ zeſſinnen zu ſitzen geruht hatte, ſind jetzt Wald⸗ blößen und da iſt ein landesfarbiger Pfahl mit einem Täfelchen aufgeblüht, darauf geſchrieben ſteht: das iſt die Feodorenhöhe und das die Louiſenruhe und das der Mathildenbuckel. Der Amtmann von St. hat der Fürſtin eine be⸗ ſondere Huldigung machen wollen und hat zu ihrem Namenstage einen Zug von Bauern und Bäuerinnen in den verſchiedenen Trachten ver⸗ anſtaltet, natürlich Alle fein ſauber und wohlge⸗ nährt, mit idylliſchen Zufriedenheitsbacken in den heiteren Sonntagsgeſichtern. Das war ein ſchönes Geſchäft für ihn, auf die Beſchau herumzureiſen und ſich die ſchönſten auszuſuchen und ihnen Bänder und allerlei Flitter zu ſchenken. Die Vittore hat er auf dem Rathhauſe auserwählt, daß ſie die Anführerin ſein und einen Kranz überreichen und ein Gedicht in Bauernkleidern,


