Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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299 über ſich, daß man Reſpekt davor haben muß. Vor vier Jahren iſt der Kronauer Wittwer ge⸗ worden, von der verſtorbenen Frau ſind die zwei Kinder da. Auf einer Reiſe in der Schweiz lernt er ein armes Bauermädchen kennen, die ſoll ſo ſchön geweſen ſein, wie eine Apfelblüthe, und ſtark und kräftig; wie wir ſie als Frau geſehen haben, hat ſie ſchon gekränkelt und iſt zuſammengefallen. Er hat das Mädchen zu einer Pfarrwittwe in die Lehre gethan und nach einem Jahr holt er ſie und heirathet ſie; aber bei dem Studiren hat ſich die Anni verdorben, ſie hat ſich zu grauſam angeſtrengt und hat Alles auf Ein⸗ mal lernen wollen und davon iſt ſie krank worden, daß ſie jetzt nur noch iſt wie der Schatten an der Wand; ich fürcht', ich fürcht', die hört den Kukuk nicht mehr ſchreien, wenn ſie nicht ſchon mit dem dürren Laub abfällt. Eine beſſere Seele giebt's nicht auf der Welt als ſie iſt. Sie hat von Anfang einen ſchweren Stand gehabt. So ſind die Menſchen, weil ſie ein armes Mädchen war, haben Knechte und Mägde geglaubt, ſie brauchten ihr nicht zu gehorchen und dürften ſie wie ihresgleichen behandeln; ſie hat aber mit Liebe und Güte Alle gewonnen, daß ſie durch's Feuer für ſie laufen. Mein' Vittore iſt ihre