in Frei⸗
ne Ver⸗
ar nicht
285
In der geräumigen, aus einem ehemaligen Bruderhaus beſtehenden, im Jeſuitenſtil erbauten Wohnung war in der weiten getäfelten Hausflur ein langer Tiſch gedeckt, Knechte und Mägde waren verſammelt, ein Mädchen und ein Knabe von etwa acht und neun Jahren ſtanden bei einem alten Manne in Schweizertracht, den Kronauer beſonders grüßte.
Das Mädchen betete vor und nun ſetzte ſich Alles gemeinſchaftlich zu Tiſche. Eugen erhielt den Platz zwiſchen Kronauer und dem Alten, der als Schwiegervater vorgeſtellt wurde. Es wurde wie üblich bei Tiſche wenig geſprochen. Des Sonnenwirths Knabe brachte während des Eſſens zwei Briefe, Kronauer legte ſie ruhig neben ſich ohne ſie anzuſehen und aß weiter. Erſt als ab⸗ gegeſſen und gebetet war und für ihn und Eugen ſchwarzer Kaffee gebracht wurde, öffnete er die Briefe und ſagte zu dem Knaben:
„Richard, der Onkel Leo kommt nächſten Winter und bleibt bei uns. Bring den Brief der Mutter.“
Der Knabe und das Mädchen ſagten zuerſt Eugen Adje und eilten dann ſpringend nach der Stube.
„Es wäre wol gut,“ ſagte Eugen,„wenn


