Teil eines Werkes 
1. Bd. (1852)
Entstehung
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Das iſt allerdings der Fall.

Und Sie werden auch nicht leugnen, daß man ungekannt einander reinmenſchlicher begeg⸗ net?

Und das Räthſeln und Herausholen hat ſo ſeinen eigenen Reiz, eine Art Jagdfreude? Ich habe aber ſchon oft gefunden, daß man bei der Trennung bedauerte, ſich gegenſeitig nicht

ſchon früher entlarvt zu haben. Freilich, unſere geſellſchaftlichen Formen ſind ſo verkehrt, daß ein offenherziges Naturell mitten drin wie ein Menſch mit nacktem Geſichte auf einem Maskenballe ſich ausnimmt. Das iſt mißlich und keck und die Verlarpten halten ſich für ſuperklug, weil ſie ihn kennen und Anzüglichkeiten anzubringen vermögen. Ein naher Freund von mir war einſt in Civil... ich meine in gewöhnlichen Kleidern, auf einer * Rheinreiſe. In Rolandseck ſitzt er Abends auf dem Balkon mit noch zwei Männern ſeines Al⸗ ters. Es war die blumenfriſche Pfingſt- oder vielmehr Maibowlenzeit und die beiden Männer brauen das ſüßwürzige Getränk mit allerlei Heren⸗

d kram, den ſie dabei deklamiren. Der Freund ren, ſchließt ſich ihnen an und ſie zechen und plaudern mit einander bis tief in die Nacht hinein und ſie trinken mit einander Smollis und trinken im

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