denken, daß er aus freiem Entſchluß kämpft und ich— Nein, ich ſetze auch frei Alles ein...
Wir ſind geſchlagen! Mutter, wir ſind geſchlagen! CErich tröſtet mich und tröſtet Alle, er ſagt, daß es gut ſei, wir müſſen lernen aushalten. Gut, ich will es lernen.
(Nachſchrift Erich's.. Mutter! Dieſe Zeilen Rolands fand ich in ſeinen zurückgelaſſenen Sachen, ich ſchicke ſie Dir. Wir haben ſeitdem nochmals gekämpft und einen Sieg errungen. Roland iſt verſchwunden, er iſt gefallen oder gefangen, aber er hat ſich tapfer gehalten. O mein Roland!
Erich an Weidmann. Aus dem Lager.
O Freund! Wir haben einen Sieg erfochten, aber Roland iſt verloren. Ich habe mit unſerm Arzte, mit Adams und Hermann das Schlachtfeld durchſucht. Welch ein Anblick! Wir haben Roland nicht gefunden. Unſere Hoffnung iſt, daß er gefangen iſt.
Welch eine Hoffnung!
Ich muß mich tröſten, indem ich Hermann tröſte. Die volle Seelenkraft dieſes gediegenen Jünglings tritt im Schmerz um den Verlornen heraus, er iſt aber fern von aller Weichlich⸗ keit; es zeigt ſich die gute Schule des Freiſtaates und des deut⸗ ſchen elterlichen Hauſes. Hermann iſt nun mein Zeltgenoſſe; er iſt ganz anders als Roland. Hier in Amerika hat Jedes Raum und alles Gezweige lebt und geſtaltet ſich aus am Baum; dazu hat Hermann kein Schmerzensſchickſal in der Seele, wie mein armer Roland es hatte.
Ich bitte Sie, wenn vielleicht eine Nachricht von Sonnenkamp an mich eintrifft, ihm zu ſchreiben, daß ſein Sohn gefangen ſei.
Ich bin bis zum Tode ermattet. Die Bilder der Verwun⸗ deten, der Todten, der Zerſtampften, werden niemals aus meinem Gedächtniß ſchwinden.
Ich weiß nicht, wann ich Ihnen wieder ſchreibe, nur bitte ich das wegen Rolands an Sonnenkamp ja auszuführen; viel⸗ leicht könnten Sie es auch in eine engliſche Zeitung ſetzen laſſen, die nach den Südſtaaten kommt.
Beſprechen Sie Alles mit Profeſſor Einſiedel. Roland war geſtern ganz übermäßig bewegt. Er hatte von


