Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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daß Erich und ich hier bleiben, und das wird doch nimmer ſein. Dort iſt unſere Heimat, Du biſt unſere Heimat. Ich küſſe Dir die Augen, die Wangen, den Mund, die Hände. Ich bin glück lich, daß ich bin Deine Tochter Manna Dournay.

(Nachſchrift.. Liebe Tante Claudine, Profeſſor Einſiedel hat mir verſprochen, aſtronomiſche Bücher zu beſorgen. Erinnere ihn daran mit meinem innigſten Gruße. Ich finde hier viel Be freiung im Betrachten der Sterne. Ich ſpiele auch fleißig Harfe.

Erich an Weidmann.

Weil ich in meinem kurzen Leben erfahren habe, welche reine und edle Menſchen mit mir athmen, darum war ich frei und unbefangen, als ich vor Lincoln ſtand. Mir iſt ein hohes Loos beſchieden, ich darf den Beſten meines Zeitalters ins Antlitz ſchauen. Und wenn mir die Klüglinge wieder herablaſ⸗ ſend ſagen ſollten, ich ſei ein Idealiſt, ſo kann ich ihnen erwi⸗ dern: das muß ich ſein, denn mir ſind von den Beſten auf

meinem Lebenswege begegnet.

In der Umgebung Lincolns hörten wir den Ausſpruch, man dürfe die Neger nicht frei geben, denn ſie würden nichts arbeiten, wenn ſie nicht gezwungen würden.

Da ſagte Roland leiſe zu mir:

Arbeiten denn die Negerbeſitzer, die nicht müſſen?

Lincoln ſah, daß der Jüngling etwas zu mir ſagte; er er⸗ mahnte, es offen zu bekennen, und mit ruhiger Herzhaftigkeit wiederholte Roland, was er mir geſagt. Sie, der Sie mit mir an der Erweckung dieſer Jünglingsſeele gearbeitet, empfinden das gleiche Glück wie ich.

Und nun will ich Ihnen von Ihrem Neffen erzählen.

O, unſer geſegnetes deutſches Leben! In alten Zeiten trugen Auswanderer ihre Götterbilder mit in die Fremde, wir Deutſche tragen unſere Dichter, unſere Philoſophen und Muſiker durch die ganze Welt; und ſo iſt im Hauſe Ihres Neffen eine Bildungs⸗ ſtätte, heimiſch, wohlig und frei. Mitten im Aufruhr des Staats⸗ weſens und des Privatlebens walten unſterbliche Geiſter und bewirken eine Andacht, eine Ruhe, eine Tempelſtille eigener Art.