Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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erweckten Menſchen möchte ich gern viel berichten, und oft, wenn ich die Frau und die Kinder ſprechen höre, handeln ſehe, möchte ich ſagen: das habt ihr von der Mutter Erichs, von meiner tutter. Es iſt eine Gemeinſchaft der Edeln durch die ganze Welt, und wer etwas davon in ſich hat, findet ſie. Das bedeutet für mich jenes Wort: Suchet, ſo werdet ihr finden; klopfet an, ſo wird euch aufgethan. Ich habe von Dir die Kraft des Suchens, des Anklopfens, und ich finde, es wird mir aufgethan. O Mutter! warum müſſen es ſo gewaltige, auf der Spitze von Leben und Tod ſich bewegende Ereigniſſe ſein, vor denen die Größe und Güte, die Opferwilligkeit des Menſchenherzens ſich aufthut? Warum nicht in Frieden, in Liebe, in ſtiller Sorgfalt?

Es iſt gut, daß ich unterbrochen worden bin. Lilian hat eine friſche Singſtimme, und auch die Braut unſeres Freundes Knopf ſingt ſchön. Wir haben uns hier Stücke eingeübt, und ich begleite Lilians Geſang mit der Harfe. Wenn wir nur dieſe Töne hinüberſenden könnten zu Euch. Mitten im Aufruhr alles Lebens ſitzen wir hier ſtundenlang und ſingen. Ich verſtehe aufs Neue jenes Wort, daß die Kunſt eine Erlöſerin iſt, jenes Wort, das der Vater geſagt.

Warum zerreißt das Wort Vater mir ſo die Seele? Wenn ich auf dieſen Weg des Denkens komme, iſt mir immer, als ſchritte ich in eine Wüſte, weit weit hinaus, nirgends etwas, das das Auge erquickt, die Seele erfriſcht. Ich muß es tragen.

Ich ſehe mit Kummer, daß ich ſo verwirrt ſchreibe, Du weißt aber und glaubſt mir, ich bin es nicht, und vor Allem ſollſt Du wiſſen, daß ich unſern Erich nie mit ſolch ſchwerem Denken belaſte. Es iſt nicht Vorſatz, nein, ſobald er da iſt, ſchwindet Bangen und Trauern, Alles iſt Licht, Sonne, Tag.

Drei Tage ſpäter.

Erich iſt mit Roland von Waſhington zurückgekehrt, ſie er⸗ zählen viel, und Roland iſt von einer Begeiſterung, die Du Dir denken kannſt.

Lilian iſt weit reifer, als man ihren Jahren nach erwarten dürfte. Ihres Bekehrungseifers wegen wurde ſie nach Deutſchland geſchickt und unſer Freund Knopf hat da gute Arbeit vollendet. Lilian iſt mir eine Schweſter geworden und wir ſprechen viel da⸗ von, wie ſie mit uns an den Rhein ziehen wird; ſie meint aber,