Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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Aus dem großen Wohnzimmer ſah man in andere, wo die ſchweren damaſtenen Thür⸗Vorhänge zurückgeſchoben waren. Der Banquier, den Erich in Karlsbad kennen gelernt hatte, kam aus einem innern Zimmer; er hielt ein Actenbündel in der Hand und grüßte freundlich. Er freute ſich, hier den Freund Clodwigs wiederzufinden.

Sofort wurde man in ein neues Thema eingeführt. Der Banquier ſagte, daß er die Papiere genau durchſtudirt habe, die Staatsdomäne ſcheine nicht zu hoch geſchätzt und die Art, wie ſie zertheilt werden ſolle, müſſe Weidmann verſtehen; nur glaube er, daß es ſchwer thunlich ſei, die Sicherung, die Weidmann für ſeine Arbeiter aufgeſtellt, auch auf das neue Unternehmen aus⸗ zudehnen; denn es ſei ſehr fraglich, ob in Jahren das Erträgniß ein ſolches ſein werde, daß man den Betrag für die Lebensver⸗ ſicherung erübrigen könne.

Erich erfuhr, daß Weidmann ſeine ſämmtlichen Arbeiter ver⸗ anlaſſe, einen Verband zu bilden, der ſich in eine Lebensverſiche⸗ rung einkaufe, und wer ſieben Jahre treu bei ihm ausgehalten, für den trat er im Unvermögens⸗Falle ſelbſt ein.

In großen Umriſſen erklärte Weidmann, wie ihm die ſoge⸗ nannte ſociale Frage beſtändig unter der Form erſcheine, in der ſie bei den Römern ſich zeigte; immer wieder handle es ſich darum, freie und ſelbſtändige Grundbeſitzer zu ſchaffen. Die ſociale Frage werde ſich indeß nicht als bloßes Rechenexempel löſen laſſen, ein ſittlicher Eifer müſſe hinzutreten, und wenn auch Manche darüber die Achſeln zucken, er bekenne offen, daß das vielfach zur hohlen Phraſe gewordene humane Princip der Freimaurerei hier neue Be⸗ lebung und Bethätigung finden müſſe.

Ueberall iſt in unſeren Tagen ein Dichten und Trachten, ein Sorgen für die Nächſten, für die im Daſein Verkümmerten. Das iſt unſere Religion, die keine Tempel und keine geordneten Feſt⸗ tage hat, aber überall und allzeit zum Guten ringt.

Fürſt Valerian fragte, was Roland werden wolle. Noch che Erich antworten konnte, trat im Geleite des Doctor Fritz ein anderer Mann ein, der Erich ſofort ſreundlich begrüßte; es war der Schwiegerſohn Weidmanns, ein Infanterie⸗Ofſicier höheren Ranges. Die beiden Männer baten, daß man das Geſpräch nicht unter⸗ breche, und Fürſt Valerian wiederholte ſeine Frage. Erich erwiderte, daß Roland ſich dem Soldatenſtande widmen