Teil eines Werkes 
3. Bd. (1869)
Entstehung
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Erich konnte nicht umhin, zu bejahen, und Frau Weidmann wurde ſehr ärgerlich.

Mich kränkt es ſtets, ſagte ſie,wenn ein geſundes, reiches, bürgerliches Mädchen einen Adligen heiratet; unſer gutes bürgerliches Erwerbniß wird entfremdet. Ich will nicht ſagen, daß der Adel unſer Feind iſt, aber er iſt nicht unſer, er hält ſich für etwas anderes, und die Frucht unſerer Arbeit gehört ihm nicht. Ein bürgerliches Kind, das ſich in den Adel einkauft, übt Verrath an ſeinen Vorfahren und verräth uns durch ſeine Nach⸗ kommen.

Frau Weidmann redete ſich in Hitze und Aerger hinein; ihr Gatte bemühte ſich vergebens, ſie zu beruhigen. Freilich wählte er dazu ein ungeſchicktes Beruhigungsmittel, denn er berichtete, daß Herr Sonnenkamp ſelbſt ſich adeln laſſen wolle.

Erich war betroffen, das Geheimniß hier ſo rückhaltlos aus⸗ ſprechen zu hören.

Frau Weidmann äußerte einen beſondern Widerwillen gegen Prancken, weil er viele Menſchen verleite, die ſogenannte Liebens⸗ würdigkeit über die Bravheit zu ſtellen; man könne trotz ſeines Laſterlebens Männer und Frauen gut von ihm reden hören, weil er, was man ſo nennt, liebenswürdig ſei.

Weidmann wendete ſich zu Erich mit der Erklärung, daß ſeine Frau aufgebracht gegen Prancken ſei, denn dieſer habe in den wenigen Tagen, wo er einmal auf Mattenheim geweſen, eine Zuchtloſigkeit veranlaßt, deren Nachwirkung man noch heute merke.

Zweites Capitel.

Knopf ſprach indeß viel mit Roland, er pries ihn glücklich, daß er einen Mann wie Erich zum Erzieher erhalten. Roland war unaufmerkſamer als je, zuletzt fragte er nur:

Was iſt der Vater Lilians?

Ein angeſehener Advocat, ein Hauptkämpfer gegen die Sklaverei.

Knopf hätte ſich gern einen Schlag auf den Mund gegeben, als er das geſagt, aber es war heraus. Er ſah Roland ſcharf