Teil eines Werkes 
2. Bd. (1869)
Entstehung
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Wie ich höre, begann Manna endlich,hat Graf Clodwig ſehr ſcharf gegen den Adel geſprochen. Findet er auch, daß Be⸗ vorzugung durch Geburt ein Widerſpruch gegen die Religion iſt?

Nein, davon ſprach er nicht.

Wieder gingen ſie wortlos weiter.

Wo nur heute unſer Freund Profeſſor Einſiedel geweſen ſein mag, nahm Manna wieder auf.Ich bin nun auch ſeine Schülerin.

Und es iſt ein Glück, entgegnete Erich,dieſe freie, fromme Seele zu kennen.

Sie ſprachen nicht mehr, aber ſie empfanden Beide, daß dieſe Verehrung, die ſie zu einem Menſchen hatten, ihnen eine Einigung eigener Art gab.

Erich! Manna! rief plötzlich eine Stimme und hallte wider im Wald. Sie ſtanden wie erſtarrt, ihre Namen ſo in Eins gerufen zu vernehmen und im Widerhall von der verſteinerten Gruppe des Hochzeitszuges vervielfältigt.

Roland kam und führte Manna an der Rechten und Erich an der Linken und ſo gingen ſie bis zu den Wagen, wo ſie ein⸗ ſtiegen.

Fechzehntes Capitel.

Sonnenkamp fühlte ſich vom Hof zurückgeſetzt oder vielmehr völlig überſehen, er durfte aber keine Verletztheit zeigen, denn dadurch verliert man an Anſehen; er ließ es daher nicht an fortdauernd gleichmäßiger Ehrerbietung fehlen, auch wenn ihn der Fürſt nur befremdet anſah. Das iſt Hofdienſt, er wollte ſich ihm fügen. Der Tag, an dem der Fürſt mit Gefolge abreiſte, war be⸗ ſtimmt. Sonnenkamp fand ſich mit der höheren Geſellſchaft ein, die noch eine letzte Verbeugung vor dem Wagen machte; auch er erhielt etwas von dem allgemeinen huldreichen Blick, und der

Cabinetsrath, der den zweiten Wagen beſtieg, ſagte ihm noch

zuletzt: Ihre Sache ſteht gut, trotz des ſehr gelehrten und höchſt ehrenwerthen Herrn Grafen Wolfsgarten.