wie verſteinert und wünſchte faſt, daß die ganze Geſellſchaft ver⸗ ſteinerte.
Unterdeß ſagte Clodwig zu Erich:
„Sie haben heut früh nach meinem Gutachten geforſcht, ich glaube, daß Sie jetzt wiſſen können, wie es lautet. Ich habe bündig erklärt: ich widerſpreche unbedingt jeder Adelserhebung;
Ihnen aber, junger Freund, kann ich ſagen, daß Herr Sonnen⸗ jung
kamp alle Ausſicht hat, denn mein Gutachten iſt nicht das ent⸗ ſcheidende.“
Erich hatte Luſt, zu Sonnenkamp hinabzugehen und ihm dieſe Eröffnung mitzutheilen, er hatte ſeine Zerſchmetterung beachtet und wollte ihn nun aufrichten; der Mann, der Alles für ſeinen Sohn wollte, that ihm im Herzen leid. Aber er hielt ſich zurück, er mochte an dieſer Sache durch kein Wort Theil haben. Er er⸗ zählte Clodwig, daß Roland ihm am Ballabende das Geheimniß der Adelserhebung habe kundgeben wollen, daß es aber ſein Vorſatz ſei, mit dem Jüngling nichts davon zu ſprechen, obgleich der Vater ihm nun die Eröffnung gemacht. Roland habe die Sache bis jetzt ruhig in ſich getragen, und es erſchien beſſer, ſie zu über⸗ ſehen, damit keinerlei Widerſpruch gegen die Maßnahmen des Vaters ſich in dem Sohne bilde.
Es war eine erquickliche Stunde, wie die Beiden ſo beiſammen ſaßen.
Der lange Lieutenant ſchien das einſame Denken Sonnenkamps zerſtreuen zu wollen; er ſagte ſehr zutraulich:
„Herr von Sonnenkamp! Haben die Neger auch muſikaliſches Talent?“
„Die Neger halten Vieles für Muſik, was nichts als Lärm iſt,“ erwiderte Sonnenkamp,„und manche Weiſe halten das für ein Geſpräch, was...“
Er ſuchte nach einem Wort, er ſchien keines zu finden, was ihm ſcharf und doch zugleich höflich genug war; endlich ſagte er:
„ was man vielleicht in der kleinen Reſidenz für ein Ge⸗ ſpräch hält.“
Er begab ſich zur luſtigen Geſellſchaft und man wanderte unter Muſik heimwärts, bis zu den Wagen.
Auf dem Wege durch den Wald hatte es ſich gefügt, daß Manna mit Erich ging; Beide wußten nicht, wie das geſchehen war. Sie gingen eine gute Strecke ſtill neben einander.


