Teil eines Werkes 
2. Bd. (1869)
Entstehung
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Arbeitslohn, er wäre zu größerem Elend verdammt, als ein Bett⸗ ler am Weggraben. Das Härteſte, was meinem Sohn geſchehen könnte, wäre, wenn man ihn ſentimental, wenn man ihn weiner⸗ lich machte. Ich gehöre nicht zu dieſen Menſchen und möchte, daß auch mein Sohn nicht zu denen gehöre, die eine ewige Sehn⸗ ſucht nach dem Unnennbaren und, wie ich glaube, Unerreichbaren haben; ich will für mich und meinen Sohn erreichbaren Lebens⸗ genuß.

Auch ich, erwiderte Erich,möchte Roland gutherzig erhal⸗ ten, aber nicht weichherzig machen. Er ſoll die ſchöne Gunſt ſeines Lebens erkennen, ſoll das Schönſte und Höchſte empfangen und aus ſich machen.

Erich ſetzte das näher auseinander, Sonnenkamp reichte ihm die Hand dar und ſagte:

Sie ſind... Sie ſind... ein edler Menſch. Sie haben auch noch an mir zu erziehen. Vergeſſen Sie, was geſchehen; ich vertraue Ihnen unbedingt. Ich vertraue Ihnen, daß Sie mir nicht das Herz meines Sohnes entziehen, daß Sie ihn nicht weich⸗ müthig machen, nicht zu einem Allerweltshelfer.

Sonnenkamp ſtieß dieſe Worte heftig hervor, denn innerlich tnirſchte er, daß der Mann, den er hatte demüthigen wollen, ſich ſo kühn herausgewunden hatte.

Als Erich zu Roland kam, ging ihm dieſer entgegen, ſtreckte ihm beide Hände zu und rief:

Ich bitte Dich, verzeih meinem Vater, daß er Dich wie einen Knecht abgelohnt.

Erich hatte viel Mühe, Roland das Geſchehene zu erklären, ohne ſeinen natürlichen Sinn zu verwirren oder zu zerſtören. Der Sohn ſollte Liebe und Verehrung für den Vater haben.

Wir wollen zum Major gehen, ſagte Roland endlich; er wollte offenbar zu einem Menſchen, der von all dieſem Wirrwarr nichts wußte.

Sie gingen zum Hauſe des Majors; ſie trafen ihn nicht. Sie

wanderten teinander bis in die Nacht hinein und ſprachen kaum Au ukamp wanderte in der ſtillen Nacht durch den Park.

Ein Wetk, das Erich heut wieder genannt, hatte in ihm einen großen Kampf hervorgerufen. Das Wort hieß: freie Arbeit. Und wieder kehrten ſeine Gedanken zum nächſten zurück, er begriff nicht,