mich vor den Augen meines Zöglings ſo ablohnen. Ich kann
„Hier, Roland, nimm meinen Lohn und trage ihn auf mein Zimmer. Warte dort auf mich.“
Roland empfing das Gold; er ſah verwirrten Blickes auf den Vater und Erich.
„Thu mir den kleinen Dienſt und trage das Gold auf mein Zimmer,“ wiederholte Erich.
Roland ging. Er trug das Gold in der Hand, als wäre es eine ſchwere Feſſel; er ging auf das Zimmer Erichs, dort legte er das Gold auf den Tiſch. Er wollte weggehen, aber er dachte, daß er es doch bewachen müſſe; er wollte das Zimmer ſchließen, aber er erinnerte ſich, daß Erich ihm geſagt, er ſolle auf ihn warten.
Da kam Prancken, um ihm Lebewohl zu ſagen; er beglück⸗ wünſchte Roland, daß er bald von Erich befreit ſein würde. Jetzt erſt wurde Roland klar, was geſchehen war und noch geſchehen ſollte. Prancken ſagte Roland heiter Lebewohl. Als er wegge⸗ gangen, fühlte Roland, daß er Prancken nie mehr lieben könne; er empfand das als einen Verluſt und ſtill ſtand er neben dem Tiſche und ſchaute immer auf das Gold. In kindiſcher Weiſe zählte er dann, wieviel Erich bekommen habe. Aber für welche Zeit hatte er das bekommen? Er brachte es nicht heraus, er wendete ſich wie unwillig ab und ſchaute zum Fenſter hinaus. Hinter ihm lag das Gold auf dem Tiſche, und es war, wie wenn Jemand bei ihm wäre, der ihm zuraunte: Vergiß mich nicht!
Unterdeß ſtand Erich bei Sonnenkamp und ſchaute ihn ſtill an.
Wollte der Mann ihn entlaſſen oder nur demüthigen?
Er war entſchloſſen, ihm Beides zu vereiteln.
Da Erich noch immer nicht ſprach, ſondern ruhig den Blick auf Sonnenkamp geheftet hielt, ſagte dieſer endlich:
„Ich habe Sie doch nicht verletzt?“
„Ich bin nicht empfindſam, ich achte das Geld, ſoweit es Achtung verdient, und freue mich meines ehrlichen Lohnes. Ich liebe Ihren Sohn vielleicht mehr als... doch für die Liebe gibt es kein Maß, ſie mißt ſich nicht an Anderem. Weil ich Ihren Sohn liebe, will ich, daß eher auf mich als auf ſeinen Vater ein Makel falle.“
„Auf mich?“
„Ja; ich hätte Ihnen wohl etwas herauszahlen können, da Sie


