Teil eines Werkes 
2. Bd. (1869)
Entstehung
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Roland erzählte Alles; auch die Sage vom Lachgeiſt erzählte er, aber der Lachgeiſt ſchien auf Sonnenkamp keine Wirkung zu üben, und wie Roland erkennen ließ, daß er ſich gern in das Leben armer, mit der Noth ringender Menſchen verſetze, pfiff Sonnenkamp unhörbar vor ſich hin. Je mehr aber Roland ſprach, um ſo mehr ſtaunte der Vater über die geiſtige Regſam keit deſſelben; jenes Geſpräch auf der Burg, nachdem der Kriſcher die Frage geſtellt, kam in ſeltſamen Verſchlingungen und Ver⸗ mengungen hervor.

Sonnenkamp kämpfte mit ſich, was er thun ſollte. Erich ſofort entlaſſen, das geht nicht wegen Roland; er würde dann dieſe verkehrten Anſchauungen um ſo hartnäckiger feſthalten. Auch wegen der Cabinetsräthin durfte man einen Bruch mit Erich nicht herbeiführen, zumal da dieſelbe großen Nachdruck darauf legte, Erichs Mutter zur Beihülfe zu erlangen; vor Allem aber war auf Clodwig Rückſicht zu nehmen, denn die Verbindung mit dieſem hatte nicht Prancken, ſondern Erich zu Stande gebracht, und Clod⸗ wig war der mächtigſte Hebel zur Ausführung des Planes.

Bald nach der erſten Begrüßung fragte Sonnenkamp Erich, wo er geſtern geweſen ſei; er fragte das wie ein Herr, der über die Zeit ſeines Dieners zu verfügen hat und Rechenſchaft ver⸗ langen kann.

Frich berichtete von ſeinem Beſuche auf Wolfsgarten, er ver⸗ weilte beſonders bei der Schilderung des jungen ruſſiſchen Fürſten.

Sonnenkamp lächelte, es war ihm lieb, daß dieſe ſtolze Idea⸗ lität ihre Abwege ſo gut verbergen konnte.

Roland war jetzt geneigt, die feſtgeſetzte Ordnung willkürlich zu durchbrechen, und blieb er beim Unterrichte, ſo ſah er ver⸗ droſſen drein; aus der Ferne tönte noch immer die Trompeten⸗ muſik und ſaßen Officiere frei und heiter beiſammen.

Erich erkannte die Umwandlung in ſeinem Zögling und war tief traurig; mochte er Roland die ganze geſammelte Kraft wid⸗ men, dieſer nahm Alles nur widerwillig hin.

Ein unſcheinbares Ereigniß brachte den Zwieſpalt zum Aus⸗ bruch. Sonnenkamp übergab Erich im Beiſein Rolands das erſte fällige Gehalt; er ſchaute triumphirend auf ſeinen Sohn, während er die Goldſtücke in eine Rolle that. Erich nahm das Gold in die Hand, trat einen Schritt vor gegen das Fenſter, wo Roland ſtand und ſagte:

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