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lehren, ihren Mann gerecht zu würdigen und wie er verdient, verehrt zu werden. Dieſer ſophiſtiſche Dämon ſcheint nur ſo fein, iſt aber in der That der plumpſte von allen, denn noch nie wür⸗ digte ein Eheweib ihren Gatten durch fremde Einſprache. Es gibt eine letzte Lebenskraft und eine letzte Liebeskraft, die nur aus dem Menſchen ſelbſt kommen kann, und wo die nicht iſt, da hilft nichts und redete man mit Engelszungen. Die Alten haben es als die größte Heldenthat des Theſeus geprieſen, daß er die Meduſa be⸗ ſiegte, ſie iſt die giftige Schönheit. In der alten Zeit verſteinerte ſie, in der neuen⸗verweichlicht ſie die Männer. Ich habe einen beſondern Haß auf Frau Bella, und wiſſen Sie warum? Sie macht mich zum Heuchler ſo oft ich nach Wolfsgarten komme; ich ſollte nicht ſo höflich gegen ſie ſein und es entſchuldigt mich nicht, daß ich es bin, weil ich Graf Clodwig liebe. Kein Menſch hat mich ſo ſchlecht gemacht als ſie, bei ihr heuchle ich und empfinde ſolche Zerſtörungswuth, wie ich ſie gar nicht geglaubt hätte. Sie iſt eine Quackſalberin. Wenn ich eine Mediein verordne, ſo hat ſie immer voraus gewußt, was ich verordnen werde; mediciniſch hab' ich es ihr nun ziemlich abgewöhnt, aber ſie iſt es noch mehr geiſtig. Da hat ſie Hausmittelchen und Redensarten aufgeſchnappt, daß man meint, ſie wäre in Alles eingedrungen, aber der Kern ihres Weſens iſt Reſpectloſigkeit, keckes Dreinreden, denn Alles iſt für ſie Schwindel, und ſie hat auch keinen Reſpect vor ſich ſelbſt, denn ſie weiß, ſie iſt auch Schwindel; ſie will an allem Wiſſen theilnehmen und iſt doch gleichgiltig gegen alles Wiſſen, ſie unter⸗ hält Andere und langweilt ſich dabei. Ein tiefer Zug in ihrer Seele iſt Undankbarkeit. Mag ihr werden, was da wolle, ſie bleibt undankbar. Wollen Sie den geraden Gegenſatz zu Bella, ſo nenne ich Ihnen den Major, der iſt dankbar für Alles, ſelbſt ſür die Luft, die er athmet. Der Major, das alte Kind, glaubt noch nicht an die Gemeinheit der Menſchen; wenn der leibhaftige Teufel zu ihm käme, er fände das Gute an ihm heraus. Bella iſt grundlos. Ein Mann böſen Gemüthes hat immer noch Kräfte und Thätigkeiten für die Welt; wenn eine Frau böſen Gemüthes iſt, iſt ſie ganz böſ' und nur böſ'. Wiſſen Sie, wer zu Frau Bella paßte?“
„Ich weiß gar nichts mehr,“ rief Erich verzweifelt, es war ihm, als wäre er gefeſſelt.
„Der einzige Menſch, der zu ihr paßt, der dieſe ganze Menagerie,


