Teil eines Werkes 
2. Bd. (1869)
Entstehung
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würde, beſonders wenn Graf Wolfsgarten die Sache bei Hofe anrege, dann ſei es ein Leichtes, ihm in die Hand zu arbeiten.

Prancken hob nachdrücklich hervor, wie überaus befreundet Clodwig mit Herrn Sonnenkamp ſei, aber man müſſe die Sache ſehr zart und fein betreiben, und das könne nur eine Frau von der bekannten Umſicht wie die Cabinetsräthin.

Sonnenkamp beſtand darauf, daß er nicht um den Adel bitte, er müſſe ihm geboten werden; erbitten oder eigentlich erkaufen könnte er den Adel bei einem auswärtigen Fürſten, er lege aber weſentlich Bedeutung darauf, daß der Fürſt ſeines neuen Vater⸗ landes und die Geſellſchaft dieſes Landes ihn ehre; die Freunde ſollten für ihn das veranlaſſen. Er freute ſich an der Delicateſſe, mit der die Cabinetsräthin die Sache behandelte; ſeine Mienen ſagten: das iſt doch einmal eine neue Art.

Er ſtreichelte durch die Luft hin, als ſtreichelte er ein zartes Katzenfell.

Sind auch Weinberge bei dem Landhaus? fragte plötzlich die Cabinetsräthin.

Ja, ſo viel ich weiß, drei Morgen und von der beſten Lage, erwiderte Prancken.

Er gab Sonnenkamp zu verſtehen, daß man das natürlich dazu kaufe.

Sonnenkamp verlor auf einmal den Charakter der Beſcheiden⸗ heit und Verſchämtheit; jetzt ging's an ſein Geld, jetzt war er der Herr. Er wollte der Frau ſagen, daß er nur Zug um Zug zu handeln ſich einlaſſe; erſt nachdem er das Adelsdiplom erhalten, ſolle ſie das Landhaus erhalten mit den Weinbergen dazu, aber er bezwang ſich, vor Prancken das kundzugeben, und es ſchien auch nicht nöthig, ſchon jetzt damit hervorzutreten. Die Leute ſollten nur einſtweilen die Sache betreiben und ſich dadurch binden. Wenn es darauf ankommt, iſt er Manns genug, ſich nicht übertölpeln zu laſſen. Es war ein ſiegesſicheres Lächeln in ſeinen Mienen.

Der Cabinetsrath trat ein. Er begrüßte Sonnenkamp mit formvoller Höflichkeit und dankte für die Aufmerkſamkeiten, die man ſeiner Frau in Vichy erwieſen hatte.

Man ging in den Saal, wo Roland mit einem Sohne des Cabinetsraths, der Cadett war, ſich aufhielt, und bald war Roland, deſſen Schönheit jedes Auge erglänzen machte, der Mittel⸗ punkt der Gruppe. Der Cabinetsrath ſagte, wie es allgemein