Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Verzeih' Du mir, Irma, meine Schweſter, Irma! ſchluchzte die Königin und faßte ſie in ihre Arme und küßte ſie.

Ein Lächeln trat auf das Angeſicht Irmas, dann ſtieß ſie einen lauten Schmerzensſchrei aus, ſank zurück und war todt.

Die Königin kniete an ihrem Bett, Walpurga, die im Hintergrunde geſtanden hatte, trat vor und drückte Irma die Augen zu.

Still war's, nur tiefes Schluchzen der Königin und Walpurga's war vernehmbar.

Da nahten ſich draußen Schritte.

Wo? wo iſt ſie? rief die Stimme des Königs.

Gunther öffnete die Thür und winkte dem Herbei⸗ kommenden mit beiden Händen beſchwichtigend zu.

Todt? rief der König.

Gunther nickte. Er winkte Walpurga und ſie ver⸗ ließ mit ihm die Kammer.

Der König warf ſich ſtumm an der Leiche auf die Kniee.

Die Königin erhob ſich, legte ihre Hand auf das Haupt ihres Mannes und ſagte:

Kurt, verzeihe mir, wie ich verziehen habe.

Der König faßte die dargereichte Hand, und Hand in Hand ſtarrten die Beiden noch lange in das Antlitz der Todten, darauf ein lächelnd milder Ausdruck ruhte. Sie ſchienen ſich von dem Anblick nicht trennen zu können. Endlich nahm die Königin ihr weißes Tuch ab und breitete es über die Todte.

Sie verließen die Hütte.