Teil eines Werkes 
3. Bd. (1866)
Entstehung
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Gunther hatte Recht: Niemand kann dich erlöſen, als du ſelbſt, denn Niemand kann dir ſo die Wahrheit ſagen, als du ſelbſt.

Was haſt du gethan in den langen Jahren, in denen ſie ſich durchrang zur Vollendung und er ſich feſtigte im ſchönen Thun für ſein Volk? Ich bin die Sünderin Du mußt noch leben, Irma, du mußt, damit ich dir ſagen kann: ich bin unerlöſt, wenn du ſtirbſt, ohne daß du mir verziehen, du mir!...

In ſolchen Gedanken ritt die Königin den Berg hinan und immer freier wurde es ihr im Gemüth. Es löſt ſich der Bann, es hebt ſich ein Druck, der doch immer und auf Allem war.

Iſt's noch weit? fragte ſie Walpurga.

Wieder überfiel ſie eine Angſt wenn Irma nicht mehr lebt, wenn ſie nicht mehr vor ihr ſie und ſich ſelbſt befreien kann? Ihr Herz zitterte ſie legte die Hand darauf, als müſſe es ſtillſtehen, wenn das Herz da oben ſtill geſtanden. Immer tiefer, immer inniger und drängender ſtieg eine Verklärung Irmas in ihrer Seele auf und ſie ſelbſt war ſich ſo klein.

Jetzt ſind wir bald am Ziel, ſagte Walpurga.

Eine Stimme von oben rief:

Walpurga!

Die Stimme tönte vielfach wieder von den Felſen bergen.

Das iſt mein Mann, ſagte Walpurga zur Königin, und ebenfalls laut rief ſie:

Hanſei! Seine Stimme antwortete von oben.